Die Geschichte der Heiligen Dreikönige
und
die traditionellen Dreikönigstreffen, auch in Burgau
Die heiligen Dreikönige waren nach der Weihnachtsgeschichte des Matthäusevangeliums weder Heilige noch Könige.
In diesem Weihnachtsevangelium heißt es wörtlich:
Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Bethlehem geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: „Wo ist der neugeborenen König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen um ihm zu huldigen.“
Das griechische Wort mágos bedeutet Sterndeuter, Magier und Zauberer. Aber vor allem wurde das Wort für die zoroastrische Priesterkaste, die es bereits zu Zeiten Alexander des Großen gab, verwendet.
Also kann gesagt werden, dass das Neue Testament weder von Heiligen, noch von Königen spricht und schon gar nicht von der Dreieranzahl.
Diese Zahl, wie auch die Namen sind das Ergebnis einer umfangreichen Legendenbildung, die erst im späten 3. Jahrhundert ihren Anfang nahm.
Die in der Westkirche verbreiteten Namen Caspar, Melchior und Balthasar werden auch erst im 6. Jahrhundert erwähnt, während syrische Quellen des 7. Jahrhundert aus Edessa in Obermesopotamien, wie auch weitere Quellen von zwölf persischen Königen berichten.
Diese zwischenzeitlich gut belegten Erkenntnisse der Forschung zur Entstehung des Christentums weisen dann auch darauf hin, dass in der katholischen Kirche nach dem 3. Jahrhundert immer häufiger von Königen und nicht mehr von Magiern, Sterndeutern und Philosophen die Rede ist.
Interessant scheint mir auch die Berichterstattung, dass in frühchristlichen Quellen, nicht näher benannt, auch davon die Rede ist, dass diese Weisen, vom Apostel Thomas getauft wurden und sie die Bischofswürde erhielten. Nach einem gemeinsamen Weihnachtsfest mit einer frühchristlichen Gemeinschaft im Jahr 54 soll sie dann sehr bald der Tod ereilt haben.

Die christlichen Kirchen, katholische wie evangelische, begehen auf alle Fälle am 6.Januar das Hochfest der Erscheinung des Herrn (Epiphanie)
In den orthodoxen Kirchen wird Heilig Dreikönig zusammen mit Weihnachten am 25. Dezember des julianischen Kalenders begangen, die Koptisch-Orthodoxe Kirche von Alexandrien hingegen begeht diesen Feiertag aber am 26. Dezember.
Mit dem Fortschreiten der Legendenbildung werden die Drei Weisen aus dem Morgenland in der katholischen Kirche bis heute als Heilige verehrt und gefeiert, auch wenn es für sie nie eine förmliche Heiligsprechung gab.
Ihnen zugeschriebene Reliquien sind seit dem 12. Jahrhundert Ziel einer bedeutenden Pilgerbewegung.
Diese Reliquien befinden sich heute im Dreikönigsschrein im Kölner Dom, wohin sie nach einer wahren Odyssee gelangten.
Es sei auf alle Fälle so gewesen sein, dass die Heilige Helena, die Mutter des Kaisers Konstantin, auf einer Pilgerfahrt in Palästina um das Jahr 326 die angeblichen Gebeine der Könige gefunden und mit sich genommen haben. Nach einer Legende aus dem 12. Jahrhundert soll dann Bischof Eustorgius von Mailand (+ um 350), einige Jahre nach der Pilgerfahrt von Helena, die Reliquien als Geschenk von Kaiser Konstantin erhalten und persönlich nach seinem Bischofssitz Mailand gebracht haben.
In dieser, nach dem Bischof Eustorgius, geweihten Basilika Sant’Eustorgio in Mailand lassen sich diese Reliquien der heiligen drei Könige dann erstmals auch geschichtlich nachweisen.
1158 wurden sie angesichts der Belagerung Mailands durch Friedrich Barbarossa von der außerhalb der Stadtmauern gelegenen Basilika in den Glockenturm der in der Stadt Mailand gelegenen Kirche San Giorgio al Palazzo gebracht.
Nach der Eroberung Mailands im Jahr 1162 erhielt dann der kaiserliche Kanzler und Kölner Erzbischof Rainald von Dassel 1164 die Gebeine als Geschenk von Kaiser Barbarossa.
Sie wurden dann relativ bald in dem um 1200 entstandenen Dreikönigsschrein beigesetzt.
Der große Andrang von Pilgern zu dem Schrein war Anlass, dass 1248 mit dem Bau des Kölner Doms, anstelle des kleineren Hildebold-Doms, begonnen wurde.
1903 wurde ein Teil der Reliquien an die Mailänder Basilika Sant’Eustorgio zurückgegeben.
Wer einmal nach Mailand reist, sollte unbedingt diese Basilika besuchen, denn dort in der Cappella dei magi, steht heute noch der monomentale Giebelsarkophag aus spätrömischer Zeit, in dem die Reliquien nach Mailand gebracht worden sein sollen und aus dem sie 1164 entnommen wurden. Er zeigt auf dem Dach den Stern von Bethlehem und darunter die lateinische Inschrift “SEPULCRUM TRIUM MAGORUM“ (Grab der drei Weisen).
Wir könnten auch noch auf die vielen verschiedenen Darstellungen in der Kunst eingehen. Denn einmal werden tatsächlich vier Könige dargestellt, dann nur zwei. Oder es sind Jünglinge oder alte Greise.
In keiner Krippe dürfen die Heiligen Dreikönige fehlen und die Sternsinger-Tradition muss auch erwähnt werden, wenn wir über den Tag „Heilig Dreikönig“ sprechen.

Interessant ist auch, dass in Italien in der Nacht vom 5. Januar auf den 6. Januar, die Hexe Befana die Weihnachtsgeschenke bringt. In Spanien hingegen die Heiligen Dreikönige am 6. Januar.
Über was wir aber auch noch kurz sprechen sollten, ist die Tatsache, dass dieser 6. Januar, „Heilig Dreikönig“, schon im 19. Jahrhundert deklariert als sogenanntes „Dreikönigstreffen“, von den politischen Parteien für sich entdeckt wurde.
Am 8. Mai 1864 wurde in Esslingen am Neckar die Demokratische Volkspartei gegründet. Daraufhin erfolgten in den drauffolgenden Jahren weitere Gründungen von 23 Vereinen vor Ort. Dieser Unterbau der DVP traf sich dann nachweislich am 6. Januar 1866 zur ersten Landesvertretertagung in Stuttgart der DVP, der Vorgängerpartei der heutigen FDP.
Diese Tradition wurde bis zur Zwangsunterbrechung durch die Nationalsozialisten fortgesetzt.
Bis heute ist das seit 1946 wieder aufgenommene Dreikönigstreffen der FDP in Stuttgart der politische Jahresauftakt, nicht nur der württembergischen FDP, sondern eine Großveranstaltung mit bundespolitischer Bedeutung.
Diese DREIKÖNIGSTREFFEN erkannten aber auch die CSU und schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts die SPD in ihren Untergliederungen als günstigen Termin um ihre Jahresprogramme vorstellen zu können oder gar ihre Jahreshauptversammlungen durchzuführen.
Die SPD in Burgau hatte seit ihrer Gründung im Jahr 1910 bis weit in die 1970iger Jahre immer am 6. Januar ihre Jahreshauptversammlung.
In Burgau kann ich mich erinnern war beim „Rauchclub Gemütlichkeit Burgau“ (gegründet 1906) auch immer beim „Lammwirt“ an Neujahr oder auch Heilig Dreikönig das „Preisrauchen“.
Viele dieser Veranstaltungen fanden am Vormittag statt, weil dieser 6.Januar nur in Bayern, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg ein gesetzlicher Feiertag ist.
Wir wünschen Ihnen nun einen schönen Heilig-Dreikönig-Feiertag und nochmal ein GUTES UND GESUNDES NEUES JAHR.
Quellen: Aufzeichnungen aus dem Archiv des Hist. Vereins Burgau Stadt und Land e.V., Wikipedia
Bilder: Archiv Hist. Verein Burgau Stadt und Land e.V.,
Bilder: Archiv Hist. Verein Burgau Stadt und Land e.V.,
Irmgard Gruber-Egle
Historischer Verein
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Burgau Stadt und Land e. V.
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